Georgsbote No. 171 | Juni 2026

Unser Pfarrer Andreas Redtenbacher verabschiedet sich schweren Herzens von seiner geliebten Pfarrgemeinde Kahlenbergerdorf mit einem Interview. Wir konnten ihn 13 Jahre als umtriebigen Seelsorger, eindrucksvollen Liturgen und Prediger halten - dafür sind wir ihm sehr verbunden und dankbar. Wir verstehen, dass die angegriffene Gesundheit und das Alter nicht mehr die ganze Fülle seiner Ämter zulassen. Andreas wird aber seine wissenschaftlich-liturgische Expertise an der päpstlichen Universität Sant´ Anselmo in Rom als Gastprofessor noch weitergeben, gilt er doch als Europaexperte in diesem Bereich. Nach Emeritierung an der Universität Vallendar folgt der Vorstand des Pius-Parsch-Institutes seiner Berufung als Erneuerer der Liturgie in einem spürbaren Wandel der Kirche. Gott segne ihn auf seinen Wegen in die Zukunft! + Peter Lechleitner Redaktionsleitung Für den Georgsboten hat sich unser Pfarrer Andreas noch einmal Zeit genommen, auf seine Arbeit, seine Freude an der Seelsorge und die Herausforderungen des Wandels in der Kirche zurückzuschauen. Ein Gespräch mit Peter Lechleitner über Highlights, Abschied – und das, was bleibt. Hat sich dein Bild von Gott über die Jahre verändert? Über Gott kann man sich eigentlich kein „Bild“ machen: er ist und bleibt das unaussprechliche Geheimnis, das das Universum und unser eigenes Leben trägt. In diesem absoluten Geheimnis „leben wir, bewegen wir uns und sind wir“, wie der Apostel Paulus sagt. Das heißt: er bleibt der Unbegreifliche und ist zugleich der mir Nahe. In Jesus von Nazareth hat er sich uns in einer unüberbietbaren Zuwendung gezeigt: Wer ihn sieht, sieht Gott den Vater. Er ist das Antlitz und das einzig echte Bild Gottes. An ihm erfahren wir: Gott ist Liebe. Daher gilt für mich: Christus immer besser kennen- und lieben zu lernen, war und bleibt mein Weg, mir ein „Bild“ von Gott durch ihn selbst schenken zu lassen. Ein Weg, der mich weit macht und mein begrenztes und oft als klein empfundenes Leben in die Ewigkeit hinein öffnet und mir als Mensch meine Identität und Würde gibt. Was hat dich in schwierigen Zeiten getragen? Zu wissen, dass ich mein konkretes, kleines und oft begrenztes Leben, auch meinen Dienst als Pfarrer in Kahlenbergerdorf, mit Jesus Christus teilen kann – er ist bei mir, seiner Freundschaft darf ich sicher sein. Ich muss ihn nur immer wieder suchen und in mein Leben einlassen. Darum ist mir das persönliche Gebet und sein Wort in der Bibel so wichtig. „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, vielmehr nenne ich euch Freunde“, sagt er selbst. Darauf baue ich. Gibt es etwas, das du unserer Pfarrgemeinde noch mitgeben möchtest? Eigentlich nur das Eine: Dass sie möglichst viele Menschen mit der Faszination der Person Jesu in Berührung bringt und vor allem selbst aus dieser Faszination ihr Gemeindeleben gestaltet und sich nicht feige auf ein oberflächliches Kulturchristentum beschränkt. Es gilt ja auch für uns als Kahlenbergerdorfer Christen das Wort des 1. Petrusbriefs: „Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.“ Seite 2 ABSCHIED SCHWEREN HERZENS ANDREAS REDTENBACHER IM GESPRÄCH

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