Seite 5 Predigt schon von der Kirche in das Gasthaus wechselte. Also ließ sie als oberste Seelsorgerin der k&k Monarchie am Sonntag vormittags die Wirtshäuser zusperren und beorderte die Männer am Nachmittag zu einer „Khristenlehre“ in die Kirche. Diese Zeiten sind definitiv vorbei. Eine Zeitenwende ist voll in Gang. Heute ist, so der renommierte Austroamerikaner Peter L. Berger, Religion nicht mehr Schicksal (fate), sondern Wahl (choice). Daher können die Leute, inzwischen auch ohne soziale Nachteile, selbst wählen, ob sie bei der Kirche bleiben oder nicht. Tatsächlich treten derzeit jedes Jahr viele Leute aus der katholischen Kirche aus: eine Entwicklung, die schon unter Kardinal König begonnen hatte. Als herzeigbarer Anlass gilt der Kirchenbeitrag. Die wahre Ursache ist bei nicht allen, wie Helmut Qualtinger es den typischen Wiener Herrn Karl sagen ließ: „Ich bin zwar gläubig, aber nicht so absolut!“ Die Katholiken werden weniger, dafür nimmt die Zahl derer zu, die sich entschieden haben zu bleiben. Der Verlust von Quantität geht mit einem merklichen Zugewinn an Qualität einher. Es macht übrigens keinen Sinn, die heutige Entwicklung mit veralteten Kriterien zu bewerten. Dann heißt es, unwissenschaftlicher Weise: Jetzt sind es nicht einmal 50% Katholiken in Wien – nach der Maßzahl unter Maria Theresia hätten es 100% zu sein. Der heutige Maßstab lautet: Es müsste niemand katholischer Christ im Lande sein. Doch siehe da: fast 50% haben sich dafür entschieden. Es ist Zeit, auf das „nur noch“ zu verzichten. Wir nähern uns wohl wieder dem biblischen Normalfall. Auch werden wir dann aufhören, über unsere Lage zu jammern. Vielmehr krempeln wir zuversichtlich die pastoralen Ärmel auf. Damit ist auch klar, was die Zukunft etwa der kleinen Wiener Pfarre St. Georg sichern kann. Es braucht vor allem auch jüngere Menschen, die sich, vor Gott in letzter Einsamkeit stehend, sagen: „Gott, Du kannst mich für die Bewegung Jesu, die den Ehrennamen Kirche trägt, haben. Ich bin bereit.“ Und nichts kann mich davon abbringen. Ich bin kirchenresilient! Ich bin auch sicher, dass Gott auch für St. Georg genug junge Menschen berufen hat. Diese sind wie wunderbare, aber versteckte Trüffel im alten Eichenwald der ehrwürdigen Pfarre. Was es allerdings braucht, sind so etwas wie „pastorale Trüffelschweine“. Sie entdecken die Berufenen, führen sie vor Gott, unterstützen sie bei der Entfaltung ihrer Berufung und Begabung und sehen zu, dass sie im pfarrlichen Leben Projekte gründen oder sich an solchen beteiligen. Mir ist dann um die Zukunft des pfarrlichen Juwels St. Georg nicht bange. + Paul M. Zulehner PFARRFEST 9:30 In der Pfarrkirche Kahlenbergerdorf: Abschiedsgottesdienst unseres Pfarrers Andreas mit dem St. Georgs-Chor, Orgel und Trompete 11:00 Im Pfarrgarten: Frühschoppen mit der Stadtkapelle Klosterneuburg Festbuffet: Heuriger Kierlinger > Kinderspieleck > Tombola 14:30 Konzert der Storyville Jazzband in Zusammenarbeit mit dem Verein „Klimadörfl“ Konzertbuffet: Heuriger Taschler ORT: 1190, Heiligenstädterstraße 345 / Zwillinggasse 2 (bei Regen im Pfarrkeller) IM KAHLENBERGERDORF 21.6.2026 GEORGS BOTE JUNI 2026
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