Georgsbote No. 171 | Juni 2026

Seite 4 Zweitens: Die Sorge um eine tiefe und ansprechende Kultur unserer Liturgie. Drittens: Die hohe Gottesdienstbeteiligung (im Jahresschnitt inklusive der großen Feste und der rhythmischen Kinder- und Familienmessen) von 16 % der Gesamtzahl der Katholiken dieser kleinen Pfarre – während die meisten Pfarren Wiens höchstens 3-5 % aufweisen. Viertens: Das Gewinnen möglichst vieler Mitarbeiter/ innen. Da waren wir erfolgreich: mit 42 Damen und Herren (inklusive Chorsänger und Organisten) sind 18 % der Katholikenzahl engagiert. Keine andere Pfarre weit und breit hat ein solches Engagement aufzuweisen. Fünftens: Die Aufwertung des Pfarrgemeinderats und der Gremien, mit dem Ziel einer guten Struktur des Miteinanders im Gemeindeleben. Sechstens: Die pastorale Sorge um die Spiritualität und religiöse Bildung der MitarbeiterInnen und der Gemeinde. Siebentens: Unser vorbildlicher Pfarrbrief „Georgsbote“. Achtens: Die komplette bauliche Sanierung von: • Georgssaal und WC-Anlage • Pfarrkanzlei und Gruppenraum, • Pfarrhausfassade, • Friedhofsnebenanlagen und Mülldeponie • Friedhofswasserleitung Neuntens: Dass es uns gelungen ist, nach der Selbstauflösung des „Vereins der Freunde Kahlenbergerdorfs“ zumindest einige seiner Aktivitäten und den Pfarrkeller durch die Pfarre zu übernehmen und in die Zukunft retten. Zehntens: Last not least: Das wiederholte Lob durch die Erzdiözese Wien und ihrer Dienststellen, das uns natürlich sehr gefreut hat: Durch Kardinal Schönborn bei einem Zufallsbesuch. Durch Weihbischof Scharl bei der Pfarrvisitation, der unsere Pfarrgemeinde als kleines „Juwel“ in der Diözese bezeichnet hat. Durch die Leiterin der Kontrollstelle, die nach der letzten Revision unsere gewissenhafte und mit vollem Einsatz geleistete Verwaltung (Pfarrfinanzen, Friedhof) ausdrücklich lobte. Was würdest du ändern, wenn du ein Jahr lang Bischof wärst und was als Propst des Stiftes Klosterneuburg? Hinhören, hinhören und wieder hinhören! Aber diese beiden Fragen stellen sich nicht, denn ein einziges Jahr wäre dafür viel zu wenig. Wirklich ändern kann man erst später. Aber auch dann bleibt das Gebot: hinhören und sehr genau hinschauen auf das, was die Menschen an der Basis der Gemeinden wirklich bewegt und was sie brauchen. Was würdest du jungen Menschen heute über Glauben sagen – in einem einzigen Satz? Vertraue auf dein Leben und gönne dir dabei, Jesus Christus, in seiner unbeirrbaren Liebe zu dir, kennen zu lernen: Er nimmt dir nichts, aber er gibt dir alles! + Peter Lechleitner Prof. Paul M. Zulehner Vortrag im Georgssaal 7. Mai 2026 1527 erließ Ferdinand I. von Österreich ein Gesetz mit dem Titel „Ketzereyen Ausrott und Bestraffung“. Wer nicht katholisch glaubte, wurde ins Jenseits oder ins Ausland verwiesen. Ferdinand kontrollierte sogar die religiöse Praxis seiner katholischen Untertanen. In einem Gesetz aus 1532 „Beicht (Oesterliche) und Communion von Jedermann zu verrichten“ verlangte er: „Zweytens, daß ein jeder Catholischer Alters halber fähiger Christ, Mann- und Weibs-Geschlechts, sich mit der, von der Christlichen Catholischen Kirchen gebottenen Beicht und Communion einstelle, und destwegen mit einem ordentlichen Beicht-Zettel versehe, und selbigen seinem Haus-Herrn zustelle.“ Auch in der Zeit von Maria Theresia herrschten klare Regeln. Weil der „gemeine Mann“, so schrieb sie in einem Gesetz aus 1770 mit dem Titel „Von Heiligung der Feyertägen“, dass der „gemeine Mann“ leider vor der PASTORALE TRÜFFELSCHWEINE ZEITENWENDE IN DER KIRCHE

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