Georgsbote No.169 | November 2025

Seite 6 jene, die am wenigstendazu beigetragen haben. Damit bestätigt sich Franziskus’ zentrale Diagnose: Die ökologische Krise ist auch eine soziale Krise. WAS JETZT ZU TUN IST Aus der Perspektive von Laudato si’ zeichnen sich dabei vier Prioritäten ab: Klimaschutz als Gerechtigkeitsfrage: Politik und Wirtschaft müssen Emissionen rasch und konsequent senken – besonders die Industrieländer, die historisch am meisten Verantwortung tragen. Nachhaltige Wirtschaftsmodelle: Wachstum darf nicht länger auf Kosten von Mensch und Natur gehen. Eine „Ökonomie des Lebens“ muss ökologische Grenzen respektieren und soziale Teilhabe sichern. Ökologische Bildung und Bewusstseinswandel: Schulen, Kirchen, Medien und Zivilgesellschaft müssen ein neues Verständnis von Wohlstand und Lebensstil fördern – weniger Konsum, mehr Genügsamkeit. Globale Solidarität und lokale Verantwortung: Reiche Staaten und Konzerne müssen Ressourcen, Wissen und Technologien teilen, während lokale Initiativen den Wandel konkret gestalten. + Gedanken zum Vortrag Dipl. Päd. Pass.Markus Gerhartinger am 25.9.2025 im Georgssaal im Kahlenberger Dorf zu „10 Jahre Enzyklika Laudato si’ “ Seit Jahrtausenden begleitet der Wein die Menschheit. Schon in den antiken Kulturen des Mittelmeerraums galt er nicht nur als Genussmittel, sondern auch als Zeichen des Wohlstands und der Zivilisation. Im alten Griechenland war er Trank der Götter, in Rom Teil der Alltagskultur. Auch in der jüdisch-christlichen Tradition nimmt der Wein einen besonderen Platz ein: Er steht für Freude, Dankbarkeit und Bund. In der Bibel wird er zum Symbol der Fülle – etwa bei der Hochzeit zu Kana – und in der Eucharistie wird er zum Zeichen des Neuen Bundes. Über die Jahrhunderte mahnten Theologen und Ordensregeln jedoch stets zur Mäßigung: Wein als Gabe Gottes, nicht als Mittel zum Rausch. Heute begegnet uns Wein in einem Spannungsfeld zwischen Genuss, Kultur und Gesundheitsdiskussion. Kaum ein anderes Getränk wurde so intensiv erforscht. Lange Zeit sprach man vom „französischen Paradoxon“: In Regionen mit traditioneller Mittelmeerernährung, zu der auch ein Glas Rotwein zum Essen gehört, waren Herzinfarkte seltener – trotz relativ fettreicher Kost. Diese Beobachtung war Ausgangspunkt für eine Flut von Studien, die bis heute anhält. Aktuelle Erkenntnisse zeichnen ein differenziertes Bild. Viele Untersuchungen bestätigen: Wer kleine Mengen Wein zum Essen genießt, profitiert von messbaren Effekten auf Herz und Gefäße. Der Blutdruck kann günstiger reagieren, Entzündungsmarker sinken, das „gute“ HDLCholesterin steigt. Besonders überzeugend zeigen sich diese Vorteile, wenn Wein Teil einer insgesamt mediterranen Ernährung ist: reich an Gemüse, Olivenöl, Nüssen und Fisch. Der Wein wirkt dann nicht isoliert, sondern als Teil eines harmonischen Ganzen. Eine besondere Rolle spielen die Polyphenole, sekundäre Pflanzenstoffe wie Resveratrol und Procyanidine, die vor allem im Rotwein vorkommen. Sie wirken gegen Gefäßverkalkung (antioxidativ), entzündungshemmend und können in Studien auch den Stoffwechsel positiv beeinflussen. Die Schutzwirkung existiert, aber sie ist kein Freibrief und entscheidend bleibt der Lebensstil als Ganzes. WEIN UND GESUNDHEIT ZWISCHEN KULTUR, GLAUBEN UND MODERNER WISSENSCHAFT

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