www.pfarre-kahlenbergerdorf.at Seite 4 ZEITENWENDE IN DER KIRCHE ABSCHIED PFARRFEST ZEITENWENDE RÜCKBLICK CHOLERA TERMINE INFORMATION Seite 2 ABSCHIED schweren Herzens 21. Juni 2026 AKTUELL Das Pfarrblatt der Pfarre Kahlenbergerdorf, Zwillinggasse 2, 1190 Wien GEORGS BOTE N°171 Juni 2026
Unser Pfarrer Andreas Redtenbacher verabschiedet sich schweren Herzens von seiner geliebten Pfarrgemeinde Kahlenbergerdorf mit einem Interview. Wir konnten ihn 13 Jahre als umtriebigen Seelsorger, eindrucksvollen Liturgen und Prediger halten - dafür sind wir ihm sehr verbunden und dankbar. Wir verstehen, dass die angegriffene Gesundheit und das Alter nicht mehr die ganze Fülle seiner Ämter zulassen. Andreas wird aber seine wissenschaftlich-liturgische Expertise an der päpstlichen Universität Sant´ Anselmo in Rom als Gastprofessor noch weitergeben, gilt er doch als Europaexperte in diesem Bereich. Nach Emeritierung an der Universität Vallendar folgt der Vorstand des Pius-Parsch-Institutes seiner Berufung als Erneuerer der Liturgie in einem spürbaren Wandel der Kirche. Gott segne ihn auf seinen Wegen in die Zukunft! + Peter Lechleitner Redaktionsleitung Für den Georgsboten hat sich unser Pfarrer Andreas noch einmal Zeit genommen, auf seine Arbeit, seine Freude an der Seelsorge und die Herausforderungen des Wandels in der Kirche zurückzuschauen. Ein Gespräch mit Peter Lechleitner über Highlights, Abschied – und das, was bleibt. Hat sich dein Bild von Gott über die Jahre verändert? Über Gott kann man sich eigentlich kein „Bild“ machen: er ist und bleibt das unaussprechliche Geheimnis, das das Universum und unser eigenes Leben trägt. In diesem absoluten Geheimnis „leben wir, bewegen wir uns und sind wir“, wie der Apostel Paulus sagt. Das heißt: er bleibt der Unbegreifliche und ist zugleich der mir Nahe. In Jesus von Nazareth hat er sich uns in einer unüberbietbaren Zuwendung gezeigt: Wer ihn sieht, sieht Gott den Vater. Er ist das Antlitz und das einzig echte Bild Gottes. An ihm erfahren wir: Gott ist Liebe. Daher gilt für mich: Christus immer besser kennen- und lieben zu lernen, war und bleibt mein Weg, mir ein „Bild“ von Gott durch ihn selbst schenken zu lassen. Ein Weg, der mich weit macht und mein begrenztes und oft als klein empfundenes Leben in die Ewigkeit hinein öffnet und mir als Mensch meine Identität und Würde gibt. Was hat dich in schwierigen Zeiten getragen? Zu wissen, dass ich mein konkretes, kleines und oft begrenztes Leben, auch meinen Dienst als Pfarrer in Kahlenbergerdorf, mit Jesus Christus teilen kann – er ist bei mir, seiner Freundschaft darf ich sicher sein. Ich muss ihn nur immer wieder suchen und in mein Leben einlassen. Darum ist mir das persönliche Gebet und sein Wort in der Bibel so wichtig. „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, vielmehr nenne ich euch Freunde“, sagt er selbst. Darauf baue ich. Gibt es etwas, das du unserer Pfarrgemeinde noch mitgeben möchtest? Eigentlich nur das Eine: Dass sie möglichst viele Menschen mit der Faszination der Person Jesu in Berührung bringt und vor allem selbst aus dieser Faszination ihr Gemeindeleben gestaltet und sich nicht feige auf ein oberflächliches Kulturchristentum beschränkt. Es gilt ja auch für uns als Kahlenbergerdorfer Christen das Wort des 1. Petrusbriefs: „Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.“ Seite 2 ABSCHIED SCHWEREN HERZENS ANDREAS REDTENBACHER IM GESPRÄCH
Seite 3 Was möchtest du in Zukunft noch lernen oder erleben? Erstens: muss ich lernen, mehr auf meine Gesundheit zu achten, um die mir im 74. Lebensjahr noch verbleibende Arbeitskraft möglichst lange zu erhalten, aber ich muss sie fokussieren. Das haben mir die Ärzte nach den beiden Darmoperationen der letzten Zeit dringend geraten. Ich muss lernen, dass meine Kräfte weniger werden und mich von meiner ans Herz gewachsenen Gemeinde Kahlenbergerdorf zu verabschieden. Zweitens: bin ich noch gefordert, im kommenden Arbeitsjahr meiner Berufung zum Gastprofessor an der päpstlichen Universität Sant´ Anselmo in Rom zu entsprechen. Darauf freue ich mich und dafür muss ich zunächst auch meine Italienisch-Kenntnisse vertiefen. Drittens: leite ich als Direktor eine weitere 3 Jahresperiode das inzwischen international renommierte „PiusParsch-Institut für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie“ und bleibe Geschäftsführer seines großen Trägervereins „Liturgiewissenschaftliche Gesellschaft“. Ich bleibe weiterhin Seelsorger der Pius-Parsch-Kirche St. Gertrud. Und ich freue mich, dass ich dieses kleine „Lebenswerk“ – so Gott will – vollenden darf. Viertens: Ergänzend werde ich mich gerne dort, wo Not am Mann ist, für Gottesdienstaushilfen zur Verfügung stellen. Ich freue mich sehr auf diese neuen Kontakte und darüber, auch andere Gemeinden kennen zu lernen – man lernt ja nicht aus. Welche drei Worte fallen dir ein, um deine Zeit in unserer Gemeinde zu beschreiben? Erstens: „Dorfgemeinde“ am Rand der Großstadt Wien. Zweitens: „Bereitschaft zum Engagement“ so vieler guter Menschen. Drittens: „Gottesdienstkultur“ mit Glaubenstiefe und im Glanz edler Einfachheit. Was war für dich die größte Herausforderung in der Seelsorge dieser Gemeinde? Die schrittweise Umgestaltung einer vorkonziliaren und versorgten Dorfgemeinde zu einer für sich und für die Menschen sorgenden christlichen Gemeinde, die die Verantwortung für die Pastoral (Seelsorge) selbst in die Hand nimmt und dem Kirchenbild des II. Vatikanischen Konzils entspricht. Mit dem großen Wiener Kardinal König gesagt: „Weg mit einem veralteten Kirchenbild!“ Das war es mir wert, auch mutig zu sein und in Einzelfällen „anzuecken“, aber immer um der Sache und um der Gemeinde willen. Was haben dir die Menschen beigebracht? Erstens: Dass ihr Glaube (und das Echo des Wortes Gottes in der Gemeinde) mich in meinem eigenen Glauben viel mehr getragen und mich im Dienst für sie bestärkt hat, als ich mir das zuvor geträumt hatte. Dafür bin ich der Gemeinde von Herzen dankbar. Zweitens: Dass es die Nähe zu den Menschen und dafür noch mehr Zeit braucht, als es mir wegen meiner anderen beruflichen Aufgaben möglich war. Da habe ich sicher vom mir selbst mehr verlangt und mich ein wenig überfordert. Dafür bitte ich um wohlwollendes Nachsehen. In der Liebe bleiben wir einander immer etwas schuldig, bleiben „Schuldner“, weil wir immer zu wenig geliebt haben. Drittens: Dass auch engagierte Mitarbeiter/innen Grenzen haben: zeitlich und ihren persönlichen Begabungen und „Charismen“ nach. Man darf stark motivieren, fördern und fordern, aber nicht überfordern. Aber wir haben eine gute und alles in allem verlässliche Mitarbeiterschar. Dafür gebührt allen höchste Anerkennung und ein großes DANKESCHÖN! Viertens: Und noch etwas: Ich habe im Echoraum der Gemeinde konkret erfahren dürfen, dass Gott die kleinen Leute, die Schwächeren, die Älteren, und die, die kein wichtiges gesellschaftliches oder berufliches Ansehen haben, vor allem liebt: sie reagieren auf ihn und sein Wort und sind einfach da…und tragen vielfach die Gemeinde. Das habe ich hier gelernt. Wenn du auf deine Zeit in unserer Pfarrgemeinde zurückblickst: Welche Momente und Projekte haben dich am meisten gefordert und worauf bist Du stolz, ohne bescheiden sein zu müssen? Erstens: Die Renovierung und liturgiegerechte Gestaltung unserer schönen und jetzt für alle offenen Kirche. GEORGS BOTE JUNI 2026
Seite 4 Zweitens: Die Sorge um eine tiefe und ansprechende Kultur unserer Liturgie. Drittens: Die hohe Gottesdienstbeteiligung (im Jahresschnitt inklusive der großen Feste und der rhythmischen Kinder- und Familienmessen) von 16 % der Gesamtzahl der Katholiken dieser kleinen Pfarre – während die meisten Pfarren Wiens höchstens 3-5 % aufweisen. Viertens: Das Gewinnen möglichst vieler Mitarbeiter/ innen. Da waren wir erfolgreich: mit 42 Damen und Herren (inklusive Chorsänger und Organisten) sind 18 % der Katholikenzahl engagiert. Keine andere Pfarre weit und breit hat ein solches Engagement aufzuweisen. Fünftens: Die Aufwertung des Pfarrgemeinderats und der Gremien, mit dem Ziel einer guten Struktur des Miteinanders im Gemeindeleben. Sechstens: Die pastorale Sorge um die Spiritualität und religiöse Bildung der MitarbeiterInnen und der Gemeinde. Siebentens: Unser vorbildlicher Pfarrbrief „Georgsbote“. Achtens: Die komplette bauliche Sanierung von: • Georgssaal und WC-Anlage • Pfarrkanzlei und Gruppenraum, • Pfarrhausfassade, • Friedhofsnebenanlagen und Mülldeponie • Friedhofswasserleitung Neuntens: Dass es uns gelungen ist, nach der Selbstauflösung des „Vereins der Freunde Kahlenbergerdorfs“ zumindest einige seiner Aktivitäten und den Pfarrkeller durch die Pfarre zu übernehmen und in die Zukunft retten. Zehntens: Last not least: Das wiederholte Lob durch die Erzdiözese Wien und ihrer Dienststellen, das uns natürlich sehr gefreut hat: Durch Kardinal Schönborn bei einem Zufallsbesuch. Durch Weihbischof Scharl bei der Pfarrvisitation, der unsere Pfarrgemeinde als kleines „Juwel“ in der Diözese bezeichnet hat. Durch die Leiterin der Kontrollstelle, die nach der letzten Revision unsere gewissenhafte und mit vollem Einsatz geleistete Verwaltung (Pfarrfinanzen, Friedhof) ausdrücklich lobte. Was würdest du ändern, wenn du ein Jahr lang Bischof wärst und was als Propst des Stiftes Klosterneuburg? Hinhören, hinhören und wieder hinhören! Aber diese beiden Fragen stellen sich nicht, denn ein einziges Jahr wäre dafür viel zu wenig. Wirklich ändern kann man erst später. Aber auch dann bleibt das Gebot: hinhören und sehr genau hinschauen auf das, was die Menschen an der Basis der Gemeinden wirklich bewegt und was sie brauchen. Was würdest du jungen Menschen heute über Glauben sagen – in einem einzigen Satz? Vertraue auf dein Leben und gönne dir dabei, Jesus Christus, in seiner unbeirrbaren Liebe zu dir, kennen zu lernen: Er nimmt dir nichts, aber er gibt dir alles! + Peter Lechleitner Prof. Paul M. Zulehner Vortrag im Georgssaal 7. Mai 2026 1527 erließ Ferdinand I. von Österreich ein Gesetz mit dem Titel „Ketzereyen Ausrott und Bestraffung“. Wer nicht katholisch glaubte, wurde ins Jenseits oder ins Ausland verwiesen. Ferdinand kontrollierte sogar die religiöse Praxis seiner katholischen Untertanen. In einem Gesetz aus 1532 „Beicht (Oesterliche) und Communion von Jedermann zu verrichten“ verlangte er: „Zweytens, daß ein jeder Catholischer Alters halber fähiger Christ, Mann- und Weibs-Geschlechts, sich mit der, von der Christlichen Catholischen Kirchen gebottenen Beicht und Communion einstelle, und destwegen mit einem ordentlichen Beicht-Zettel versehe, und selbigen seinem Haus-Herrn zustelle.“ Auch in der Zeit von Maria Theresia herrschten klare Regeln. Weil der „gemeine Mann“, so schrieb sie in einem Gesetz aus 1770 mit dem Titel „Von Heiligung der Feyertägen“, dass der „gemeine Mann“ leider vor der PASTORALE TRÜFFELSCHWEINE ZEITENWENDE IN DER KIRCHE
Seite 5 Predigt schon von der Kirche in das Gasthaus wechselte. Also ließ sie als oberste Seelsorgerin der k&k Monarchie am Sonntag vormittags die Wirtshäuser zusperren und beorderte die Männer am Nachmittag zu einer „Khristenlehre“ in die Kirche. Diese Zeiten sind definitiv vorbei. Eine Zeitenwende ist voll in Gang. Heute ist, so der renommierte Austroamerikaner Peter L. Berger, Religion nicht mehr Schicksal (fate), sondern Wahl (choice). Daher können die Leute, inzwischen auch ohne soziale Nachteile, selbst wählen, ob sie bei der Kirche bleiben oder nicht. Tatsächlich treten derzeit jedes Jahr viele Leute aus der katholischen Kirche aus: eine Entwicklung, die schon unter Kardinal König begonnen hatte. Als herzeigbarer Anlass gilt der Kirchenbeitrag. Die wahre Ursache ist bei nicht allen, wie Helmut Qualtinger es den typischen Wiener Herrn Karl sagen ließ: „Ich bin zwar gläubig, aber nicht so absolut!“ Die Katholiken werden weniger, dafür nimmt die Zahl derer zu, die sich entschieden haben zu bleiben. Der Verlust von Quantität geht mit einem merklichen Zugewinn an Qualität einher. Es macht übrigens keinen Sinn, die heutige Entwicklung mit veralteten Kriterien zu bewerten. Dann heißt es, unwissenschaftlicher Weise: Jetzt sind es nicht einmal 50% Katholiken in Wien – nach der Maßzahl unter Maria Theresia hätten es 100% zu sein. Der heutige Maßstab lautet: Es müsste niemand katholischer Christ im Lande sein. Doch siehe da: fast 50% haben sich dafür entschieden. Es ist Zeit, auf das „nur noch“ zu verzichten. Wir nähern uns wohl wieder dem biblischen Normalfall. Auch werden wir dann aufhören, über unsere Lage zu jammern. Vielmehr krempeln wir zuversichtlich die pastoralen Ärmel auf. Damit ist auch klar, was die Zukunft etwa der kleinen Wiener Pfarre St. Georg sichern kann. Es braucht vor allem auch jüngere Menschen, die sich, vor Gott in letzter Einsamkeit stehend, sagen: „Gott, Du kannst mich für die Bewegung Jesu, die den Ehrennamen Kirche trägt, haben. Ich bin bereit.“ Und nichts kann mich davon abbringen. Ich bin kirchenresilient! Ich bin auch sicher, dass Gott auch für St. Georg genug junge Menschen berufen hat. Diese sind wie wunderbare, aber versteckte Trüffel im alten Eichenwald der ehrwürdigen Pfarre. Was es allerdings braucht, sind so etwas wie „pastorale Trüffelschweine“. Sie entdecken die Berufenen, führen sie vor Gott, unterstützen sie bei der Entfaltung ihrer Berufung und Begabung und sehen zu, dass sie im pfarrlichen Leben Projekte gründen oder sich an solchen beteiligen. Mir ist dann um die Zukunft des pfarrlichen Juwels St. Georg nicht bange. + Paul M. Zulehner PFARRFEST 9:30 In der Pfarrkirche Kahlenbergerdorf: Abschiedsgottesdienst unseres Pfarrers Andreas mit dem St. Georgs-Chor, Orgel und Trompete 11:00 Im Pfarrgarten: Frühschoppen mit der Stadtkapelle Klosterneuburg Festbuffet: Heuriger Kierlinger > Kinderspieleck > Tombola 14:30 Konzert der Storyville Jazzband in Zusammenarbeit mit dem Verein „Klimadörfl“ Konzertbuffet: Heuriger Taschler ORT: 1190, Heiligenstädterstraße 345 / Zwillinggasse 2 (bei Regen im Pfarrkeller) IM KAHLENBERGERDORF 21.6.2026 GEORGS BOTE JUNI 2026
Seite 6 15.03.2026 4. Fastensonntag: Kinder malen das Fastentuch, Konzert Barna Kobori (Violine) und Prof. Dietmar Flosdorf (Viola) vom Wr. Kammerorchester 29.03.26 Palmsonntagsmesse mit Pater Giridhari 02.04.26 Gründonnerstag 04.04.26 Karsamstag Grabwache 05.04.26 Osternestsuche im Pfarrgarten 24.05.26 Pfingstsonntag RÜCKBLICK – DIE PFARRE KAHLENBERGERDORF HAT GEFEIERT
Seite 7 GEORGS BOTE JUNI 2026 DIE QUACKSALBEREI DES HEINRICH LUDWIG 1836 war eine der Cholera-Epidemien in unserer Gegend, und damals lebte in Kahlenbergerdorf der Chemiker Heinrich Ludwig, der nach seinem streng geheimen Rezept Zuckersirup aus Kartoffeln in der Fabrik der Anna Winkelmann herstellte und außerdem noch sein „Oxigen- oder Sauerwasser“ als Mittel gegen die Cholera erzeugte. In Wien wurde dieses Cholera-Wasser im Bierhaus „Beim schwarzen Hund“ am Hohen Markt vom Kellner verkauft. Die kleinen Fläschchen kosteten zuerst 50 Kreuzer und bedingt durch den großen Absatz dann 1 Gulden. Da dies „in Sanitäts-Rücksichten ganz gesetzwidrig“ war, erstattete der Apotheker zum Salvator, Heinrich Etzelt die Anzeige und teilte hiezu mit, dass sich bei der von ihm durchgeführten chemischen Untersuchung des Cholera-Wassers herausgestellt habe, dass es sich um verdünnte Schwefelsäure handle. Heinrich Ludwig gab zu Protokoll, dass er, „um den von Not und Tod bedrohten Menschen zu helfen, teils kostenlos sein Mittel gegen Cholera gab, welches nach seiner innigsten Überzeugung und Erfahrung gegen diese Krankheit hilft. Das Mittel bestünde aus verschiedenen Pflanzensubstanzen, und er könnte tausende Zeugen nennen, die davon geheilt wurden.“ Als Beweis für die großen Heilerfolge des Ludwig`schen Cholerawassers wurde dem Stiftsgericht in Klosterneuburg ein Schreiben des Ortsgerichtes von Kahlenbergerdorf vom 17.8.1836 vorgelegt, in dem Joseph Kuntner, der Ortsrichter von Kahlenbergerdorf berichtete, „dass in Kahlenbergerdorf niemand an Cholera gestorben war, und dass die Kranken wirklich durch das Heinrich Ludwig`sche Churmittel von der Krankheit befreit wurden“. Der Polizeiarzt Dr. P. Flügel berichtete seiner vorgesetzten Dienststelle, dass „Kranke der ungebildeten Klasse immer mehr Hausmittel nehmen und den Arzt erst dann rufen, wenn es schon zu spät ist bzw. sie sich in rettungslosem Zustand befinden. Immer häufiger treffe er Choleratropfen unter den Hausmitteln an, die im sogenannten Kahlenbergerdörfel von einer höchstwahrscheinlich ganz unberechtigten und betrügerischen Person erzeugt werden.“ In einem anderen Schreiben der Polizeioberdirektion Wien wurde der Stiftsherrschaft Klosterneuburg mitgeteilt, dass im K.k. Krankenhause Versuche angestellt worden sind, um das von Heinrich Ludwig erzeugte Cholera-Wasser zu testen und daher stellte sich heraus, dass es nicht nur gegen die Brechruhr keine Hilfe leistete, sondern als heftig wirkende Säure der Gesundheit und dem menschlichen Leben höchst gefährlich war. Wann und ob die Erzeugung des Cholera-Wassers von Heinrich Ludwig verboten wurde, ist aus den derzeit auffindbaren Unterlagen nicht ersichtlich aber es ist anzunehmen, dass die Fabrikation dieses fragwürdiges Heilmittels im Kahlenbergerdorf eingestellt wurde. + Dr. Edda Held
Seite 8 JUNI 2026 21. 09:30 Festmesse zum Patronatsfest St. Georg, St. Georgschor, Orgel und Trompete, Ansprachen zur Verabschiedung von Pfarrer Andreas 11:00 Kahlenbergerdorfer Pfarrfest und Abschiedsfeier für unseren Pfarrer Andreas im Pfarrgarten mit Stadtkapelle Klosterneuburg 14:30 Storyville Jazz-Band JULI 2026 05. 09:30 Gemeindemesse 12. 09:30 Gemeindemesse 19. 09:30 Gemeindemesse 26. 09:30 Gemeindemesse AUGUST 2026 02. 09:30 Gemeindemesse 09. 09:30 Gemeindemesse 15. 09:30 Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel Festmesse mit Kräuter- und Blumensegnung 16. 09:30 Gemeindemesse Kollekte: Auslandhilfe der Caritas 30. 09:30 Gemeindemesse Festmesse zum Augustinussonntag SEPTEMBER 2026 03. 18:00 Werktagsmesse 06. 09:30 Gemeindemesse, Pfarrcafe 10. 18:00 Werktagsmesse 13. 09:30 Gemeindemesse 17. 18:00 Werktagsmesse 20. 09:30 Rhythmische Kinder- und Familienmesse 24. 18:00 Werktagsmesse 27. 09:30 Gemeindemesse VORSCHAU OKTOBER 2026 05. 18:00 Werktagsmesse 06. 09:30 Erntedankmesse Chorproben St. Georgschor: jeweils Mittwoch 19:30 Uhr in Absprache mit Frau Cornelia Bitzner-Petriu TERMINE JUNI BIS SEBPEMBER 2026 ST. GEORGS CHOR EIN HERZLICHES VERGELT’S GOTT ALLEN SPENDERINNEN UND SPENDERN INSBESONDERS DER FAMILIE SIMACEK FÜR DIE ÜBERAUS GROSSZÜGIGE UNTERSTÜTZUNG! GEORGS BOTE JUNI 2026 Wegen allfälliger zusätzlicher Termine oder Umstellungen von etablierten Terminen bitte besonders die Aushänge am Anschlagsbrett der Pfarre, Zwillinggasse 2, zu beachten! Die Schönheit des mehrstimmigen Singens kann man nur im Chor erleben. Mit auflockernden Körper- und Stimmübungen kommen wir in Schwung, vertiefen den Atem und stärken unsere Stimme. Dies ist die optimale Vorbereitung für das gemeinsame Singen von meist einfacher a capella Literatur aus verschiedenen Genres. Regelmäßig dürfen wir unsere Stücke bei Festen und in Gottesdiensten einbringen. Wir proben ohne Leistungsdruck jeden Mittwoch um 19:30 Uhr im freundlichen, neu renovierten Pfarrsaal in der Zwillinggasse 2, 1190 Wien. Sei dabei! Schnuppern ist jederzeit möglich (Bitte um Anmeldung). LEITUNG: Cornelia Bitzner-Petriu, Sängerin, Dipl. Gesangspädagogin (BDG), Dipl. Gesangstherapeutin (BVAKT) WANN: Mi, 19:30 – 21:00 Uhr, ANMELDUNG/KONTAKT: Tel.: 01 370 12 98, office@pfarre-kahlenbergerdorf.at INFORMATIONEN Pfarrmesse: Sonn- und Feiertage 09:30 Uhr Wochentagsmessen: Donnerstag 18:00 Uhr Priesternotruf: 0800 100 252 Telefonseelsorge: Tel 142 Pfarrkanzlei: Dienstag und Donnerstag 9.00 bis 11.00 Uhr Zwillinggasse 2, 1190 Wien Tel.: 01-3701298 Mail: office@pfarre-kahlenbergerdorf.at Homepage: www.pfarre-kahlenbergerdorf.at Pfarrkonto: AT63 3236 7000 1002 6235 Stiftsfriedhof Kahlenbergerdorf und Begräbnisse: Pfarrkanzlei 01-3701298 Friedhofskonto: AT98 323670001002 6284 IMPRESSUM 95419W76U DVR-NR.: 0029874(101) Lt. Mediengesetz §25: Mitteilungsblatt der Pfarre St. Georg Eigentümer, Herausgeber, Hersteller und Verleger: Röm.-Kath. Pfarre St. Georg, Zwillinggasse 2, 1190 Wien Telefon: 01 370 12 98, Fax: 01 370 12 98 20 Mail: office@pfarre-kahlenbergerdorf.at Redaktion und für den Inhalt verantwortlich: PGR Kahlenbergerdorf Redaktion: Univ.-Prof. Dr. Peter Lechleitner Gestaltung: www.scharkdesign.at Die Redaktion nimmt sich das Recht, Texte zu kürzen. Zum Gebrauch als Manuskript vervielfältigt. Erscheinungsort und Verlagspostamt 1190 Wien.
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